Wo ist Mila?
Wo ist Mila?

Unsere Forderungen

 

„Jede und jeder von uns ist einzigartig. Und doch haben wir etwas gemeinsam: Wir sind Kinder. Wir haben Rechte.“

 

Wie wir alle fühlen sich Kinder mit ihrer Heimat verbunden. Sie haben dort Freunde, Familie und haben ihre Kindheit dort verbracht. Wenn Kinder die schwere Entscheidung treffen müssen, sich von ihrer Heimat zu trennen, hat das einen Grund. Sie kommen nach Deutschland und suchen Schutz vor Krieg, vor Gewalt, vor Verfolgung, vor Ausbeutung. Würdest du an ihrer Stelle anders handeln?

 

Sie wollen hier in Frieden leben. Und: Junge Menschen fallen nicht zur Last – sie sind die Zukunft und unsere Chance.

 

Ganz egal, wo sich Kinder aufhalten und warum sie dort sind – die Kinderrechte gelten überall und für alle. Es kommt weder auf die Herkunft noch auf den Aufenthaltsstatus an. Kinder haben gleiche Rechte – egal, ob sie auf sich allein gestellt sind oder ihre Eltern sie auf ihrer Reise begleiten konnten.

 

Alle Kinder haben das Recht auf Bildung und die bestmögliche Gesundheitsversorgung. Alle haben das Recht auf Schutz vor Gewalt und Ausbeutung. Alle haben das Recht zu leben. Kinderrechte nach der UN-Kinderrechtskonvention werden permanent auf der Flucht wie auch in Deutschland verletzt. Das Asylverfahren muss am Wohl des Kindes ausgerichtet sein.

 

 

Deshalb fordern wir:
 

  • Den Zugang zu Kindergarten, Schule und Ausbildung verbessern  => mehr

Flüchtlingskinder brauchen besondere Unterstützung bei der Integration in das deutsche Schulsystem. Flüchtlingsfamilien müssen so untergebracht werden, dass Schulen mit den entsprechenden Angeboten erreichbar sind. Entsprechend benötigen Kindergärten und Schulen mehr geschultes Personal, das auf die Bedarfe von Kindern mit Migrationshintergrund, mit wenig Deutschkenntnissen und mit traumatischen Erfahrungen eingehen kann. Für »geduldete« und »gestattete« Jugendliche gibt es einige Hindernisse zu überwinden, um Ausbildung und Arbeit zu erhalten, auch wenn sie bereits seit Jahren in Deutschland leben. Die Aufnahme einer Arbeit ist erst nach 3 Monaten Aufenthalt in Deutschland möglich. In den ersten 15 Monaten wird mit der sogenannten Vorrangprüfung geklärt, ob ein Deutscher oder Ausländer mit einem besseren Status für den Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Und auch danach können und wollen viele Arbeitgeber junge Flüchtlinge nicht einstellen – aufgrund der Ungewissheit, ob und wie lange diese noch in Deutschland bleiben dürfen. Außerdem erschwert noch immer die Verpflichtung dazu, den Wohnsitz in einer definierten Kommune zu nehmen, die Entwicklung beruflicher Perspektiven.

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  • Keine Diskriminierung bei der medizinischen Versorgung  => mehr

Der Anspruch auf medizinische Versorgung ist entsprechend dem Asylbewerberleitungsgesetz nach wie vor auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände beschränkt. Es besteht für Kinder und Jugendliche kein Zugang zu Angeboten der Prävention oder Rehabilitation. Psychotherapeutische Behandlungen sind im Einzelfall möglich, doch zeigt die Praxis, dass Kostenübernahmen, auch für Dolmetscher, nicht oder nur schwer zu erreichen sind. Geflüchtete Kinder dürfen nicht diskriminiert werden und müssen die gleiche medizinische Regelversorgung erhalten wie deutsche Kinder.

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  • Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen verbessern

Kinder, die alleine nach Deutschland einreisen, brauchen sofortigen Schutz und eine kindgerechte Unterstützung. Immer wieder wird Minderjährigen eine altersentsprechende Behandlung verweigert, weil die Behörden ihr Alter willkürlich festlegen. Ein geregeltes Verfahren, das für alle Behörden bindend ist und internationalen Standards entspricht, muss etabliert werden. Dabei sind die häufig angewandten medizinischen Methoden wie das Röntgen der Handknochen wegen der Unzuverlässigkeit und der ethischen Fragwürdigkeit abzulehnen. An deren Stelle sollten sozialpädagogische und psychologische Ansätze treten.

Jungen Flüchtlinge, die durch die Alterseinschätzung volljährig gemacht wurden sowie die, die schon als junge Erwachsene nach Deutschland eingereist sind, bedürfen in vielen Fällen ebenfalls Unterstützungsleistungen durch die Jugendhilfe.

 

  • Flüchtlingskinder möglichst schnell dezentral in privaten Wohnungen unterbringen

Die Wohnsituation in Sammelunterkünften kann bei Kindern zu chronischen Krankheiten und psychischen Dauerschäden führen. Beengte Wohnverhältnisse, keine Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre, ein oft schlechter psychischer Zustand der Eltern und schlechte hygienische Zustände führen dazu, dass die elementaren Bedürfnisse von Kindern nicht erfüllt werden können. Auch in Gemeinschaftsunterkünften brauchen Kinder einen Rückzugsort, an dem sie pädagogisch betreut spielen und lernen können. Jede Unterkunft muss über Mindeststandards verfügen, die den Schutz und die Sicherheit von Kindern garantieren. Die Zeit in diesen Unterkünften sollte so kurz wie möglich sein und Familien mit Kindern sollten bevorzugt kleinere Wohneinheiten erhalten.

 

  • Asylverfahren zum Wohle des Kindes gestalten

Familien mit Kindern sollen im Asylverfahren vorrangig behandelt werden. Das Kindeswohl sowie kindspezifische Fluchtgründe – wie Zwangsrekrutierung oder Kinderheirat - müssen vorrangig berücksichtigt werden. Dabei ist zu beachten, dass Minderjährige ihre Fluchtgründe oftmals erst nach Aufarbeitung von Traumata und intensiver Beratung vortragen. Es bedarf geschulten Personals, das eine kindgerechte und altersgemäße Befragung durchführt.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bis 18 Jahre erhalten nach Inobhutnahme einen Vormund, der das Kind rechtlich vertritt und ihm hilft, zur Schule zu gehen, eine Ausbildung zu beginnen und das Asylverfahren zu beantragen.

 

  • Abschiebungshaft für Kinder abschaffen

Die Inhaftierung von unbegleiteten Minderjährigen zum Zwecke der Abschiebung ist in Deutschland gesetzlich immer noch möglich. Gerade Kinder leiden besonders unter der Haftsituation. Nach oftmals traumatisierenden Fluchtumständen stellt die Haft eine weitere große psychische Belastung dar. terre des hommes fordert die Abschaffung der Abschiebungshaft für Kinder.

 

  • Keine Rückführung ohne Kindeswohlprüfung

Bei Abschiebungen von Kindern muss zwingend das Kindeswohl geprüft werden. Auch posttraumatische Belastungsstörungen müssen als schwerwiegende Krankheit und als Abschiebehindernis anerkannt werden. Dies ist oft nicht der Fall, beispielsweise bei der Rückführung von Roma aus dem Kosovo: Zwei Drittel der betroffenen Kinder sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Dennoch spielt das Kindeswohl bei dem Rückführungsabkommen keine Rolle.

 

  • Die terre des hommes-Projektarbeit

Das Kinderhilfswerk terre des hommes setzt sich mit Anwaltschafts- und Projektarbeit für Flüchtlingskinder ein. Wir unterstützen Projekte, wie etwa in Weiden den Arbeitskreis Asyl, der ein umfangreiches Bildungsangebot für Flüchtlingskinder bereithält, oder den Verein »lifeline« in Kiel, der sich für die Verbesserung der Lebenssituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Schleswig-Holstein einsetzt. In Jena, München, Magdeburg, Halle und Berlin werden Flüchtlingskinder dabei unterstützt, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. In Hamburg führt der Verein Wohnschiffprojekt Altona e. V. umfassende Bildungs- und Partizipationsangebote für Flüchtlingskinder, -jugendliche und Familien durch.

 

 

Es reicht nicht, nur die Politik in die Pflicht zu nehmen. Wir alle müssen etwas dafür tun, dass die Kinderrechte eingehalten werden. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass diese Forderungen umgesetzt werden. Dann haben geflüchtete Kinder eine bessere Zukunft.

 

Jede und jeder von uns ist einzigartig. Und doch haben wir etwas gemeinsam: Wir sind Kinder. Wir haben Rechte.

 

So schaffen wir das!

 

Das deutsche Jugendnetzwerk von terre des hommes

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